Ehrung des Berliner Senats für beste Jugendarbeit 2008.
Zum 12. mal in Folge.



Was ist Ju Jutsu?


Immer öfter hört man davon, dass man sich wirksam verteidigen können sollte. Es gibt viele Wege, sich auf diesem Gebiet zu verbessern. Einer davon ist Ju Jutsu. Es existieren in der Übersetzung verschiedene Schreibweisen wie Jiu-Jitsu, Ju-Jitsu oder auch Jiu-Jutsu - in der japanischen Sprache sind es aber immer die gleichen beiden Zeichen. Die Ursprünge dieser Kunst lassen sich angeblich bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. verfolgen. Das Judo leitete sich erst etwa 1882 durch Jigoro Kano vom Jiu-Jitsu ab.
1906 hat Erich Rahn in Berlin die erste Jiu-Jitsu-Schule in Deutschland gegründet. 1922 gründete Alfred Rhode eine Schule in Frankfurt am Main. Weitere folgten, wie z.B. Wolfram Wermer 1930 in Dresden, rechts eines seiner Bücher von 1939.
Ju-Jutsu im Speziellen wurde 1969 überarbeitet, schematisiert und um Techniken aus dem schon existierenden Judo, Karate und Aikido ergänzt. Ein altbewährter Kampfstil wurde der heutigen Zeit angepasst, die Betonung auf Selbstverteidigung gelegt, Waffenabwehren hinzugefügt - und noch immer entwickelt er sich weiter. Fehlender Wettkampf bedeutete aber eine Lücke im Erfahrungen sammeln bis zur plötzlichen Selbstverteidigungssituation. Um die erlernten Techniken so realistisch wie möglich bei gleichzeitig geringen Verletzungsrisiken einzusetzen, begann man 1976 bei der Berliner Polizei, Turniere im Ju Jutsu Allkampf durchzuführen. Maßgeblich beteiligt an dieser Entwicklung waren Dieter Rast, Klaus Scheel (beides Gründer des BCB), Michel Sadzik und Detlev Krause. Später entstand auch. daraus das heutige Ju Jutsu Fighting, welches sich weltweit verbreitet hat. Neuerliche stiloffene "Berlin-Classics"-Turniere lassen aber auch den Allkampf aus früherer Zeit wieder auferstehen und das mit großem Erfolg.
Zurück zum Ju Jutsu allgemein:
Ju Jutsu (in etwa "weiche" oder" sanfte" Kunst oder Fertigkeit) bedeutet im Prinzip wie im Judo das Siegen durch Nachgeben bzw. der Kraftausnutzung des Gegners. Ju Jutsu beinhaltet aber auch das Schlagen und Treten und natürlich Werfen, Hebeln und Würgen. Transport- und Festhaltegriffe gehören ebenfalls zum Programm. Also Standkampf in allen Distanzen und Bodenkampf. Die Wichtigkeit des Bodenkampfes ist keine geringe, denn viele reale Kämpfe setzen sich oft auch ungewollt auf hartem Asphalt fort. Darum gehört natürlich eine gute Fallschule auch dazu.
Der Bundesgrenzschutz und die Polizei in Deutschland und in diversen anderen Ländern haben Ju Jutsu zum Pflichtfach bei der Ausbildung gemacht und unterstützen ein solches Training auch später noch. Die Praxistauglichkeit wird im täglichen Einsatz bewiesen. Der Vorwurf mancher selbsternannter "Selbstverteidigungsexperten" Ju Jutsu sei nicht mehr als ein Sport, kann somit nur belächelt werden.
Man muss allerdings nicht zur Risikogruppe der Menschen gehören, die sich unbedingt verteidigen können müssen, wie z.B. Sicherheitskräfte aller Art oder anderweitig gefährdete Personen. Ju Jutsu macht einfach auch Spaß und beim Sport zu lernen, seinen Körper effektiv einzusetzen und Fähigkeiten zu entfalten, die brach gelegen haben lassen, einen bereits auf das nächste Training freuen. Und ganz nebenbei hält man sich fit oder wird es dadurch erst! ;o) Nach einiger Zeit der Übung wird man selbstsicherer, und die Wahrscheinlichkeit, das Opfer einer Gewalttat zu werden, sinkt.

Iim Ju Jutsu Fighting kann man seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Das JJ Figthing ist eine Wettkampfform des Ju Jutsu, bei dem mit leichten Fuß- und Handschützern im Halbkontakt gekämpft wird. Eine weitere Wettkampfform ist das Ju Jutsu Duo, bei dem zwei Paare eine Art "Abwehrkür" vorführen und diese nach bestimmten Kriterien gegeneinander bewertet werden. Es ist keine Kata, da die Abwehrtechniken frei gewählt werden können. Der Formenwettkampf hingegen ist die "freie Kür" des Ju Jutsu. Die Teilnahme an Wettkämpfen ist natürlich freiwillig und jederzeit mit dem BCB möglich.
Joachim Göhrmann (5. Dan Ju Jutsu, 2. Dan Judo) wurde u. a. '91 und '96 Deutscher Meister, '93 und '95 Internationaler Deutscher Meister, 1997 Europameister und 1998 Weltmeister. Aber auch andere Trainer und weitere Mitglieder des BCB (10 Deutsche Meister) haben großartige Erfolge verbuchen können. Der BCB ist seit 1987 der erfolgreichste Ju Jutsu-Verein Berlins. Eine erstklassige Ausbildung kann man zu Recht bei uns erwarten.

Der Deutsche Ju-Jutsu Verband (DJJV) liefert mehr Informationen zu den Wettkampfformen, Wettkampftermine und -ergebnisse und vieles mehr um diesen nützlichen Sport.

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